Richtige Pflege bei fettigen Haaren
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Symbolbild

Morgens gewaschen und abends wieder strähnig? Mit der richtigen Pflege lässt sich schnelles Nachfetten oft gut kontrollieren.

Frisch gewaschen, schön gestylt – und wenige Stunden später sehen die Haare schon wieder strähnig aus. Wer zu fettigen Haaren neigt, kennt dieses Problem. Dahinter steckt meist keineswegs mangelnde Hygiene. Vielmehr produzieren die Talgdrüsen der Kopfhaut besonders viel Hautfett, medizinisch Sebum genannt. Hormone und Veranlagung spielen dabei eine wichtige Rolle. Die gute Nachricht: Die Talgproduktion lässt sich zwar nicht einfach „abschalten“, mit der passenden Haarpflege kann man fettige Ansätze aber deutlich besser in den Griff bekommen. Wichtig ist außerdem, normale fettige Kopfhaut von Erkrankungen wie dem seborrhoischen Ekzem zu unterscheiden.

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Warum werden Haare überhaupt fettig?

Fettige Haare beginnen eigentlich an der Kopfhaut. Rund um die Haarwurzeln liegen Talgdrüsen. Sie produzieren Sebum – einen natürlichen Fettfilm, der Kopfhaut und Haare geschmeidig hält und vor Austrocknung schützt. Die Kopfhaut besitzt besonders viele Haarfollikel und Talgdrüsen. Gelangt viel Sebum auf die Haaroberfläche, legen sich die Haare enger aneinander. Sie verlieren Volumen, glänzen stärker und sehen schließlich strähnig aus.

Wie aktiv die Talgdrüsen arbeiten, ist zum großen Teil Veranlagung. Besonders wichtig sind außerdem Hormone. Vor allem männliche Sexualhormone, sogenannte Androgene wie Testosteron, regen die Talgdrüsen an. Deshalb nimmt die Talgproduktion während der Pubertät deutlich zu. Das betrifft Jungen besonders stark, kann aber selbstverständlich auch bei Mädchen und Erwachsenen zu fettiger Haut und Kopfhaut führen. Auch hormonelle Veränderungen im späteren Leben können die Beschaffenheit der Kopfhaut beeinflussen.

Stress wird ebenfalls immer wieder als Verstärker beschrieben. In seltenen Fällen können zudem Arzneimittel eine Rolle spielen, beispielsweise bestimmte Psychopharmaka, Antiepileptika oder Hormonpräparate. Haben sich Kopfhaut und Haare nach Beginn einer neuen Medikamenteneinnahme deutlich verändert, sollten Sie das Arzneimittel allerdings nicht eigenständig absetzen. Fragen Sie in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis nach.

Macht häufiges Haarewaschen die Haare noch fettiger?

Dieser Mythos hält sich hartnäckig: Wer jeden Tag Haare wasche, bringe angeblich seine Talgdrüsen dazu, immer mehr Fett zu produzieren. Dafür gibt es keine überzeugenden Belege. Die Produktion des Talgs findet in den Drüsen unterhalb der Hautoberfläche statt und wird vor allem hormonell und genetisch gesteuert. Eine normale Haarwäsche verändert diesen Prozess kaum.

Wer morgens fettige Haare hat, darf sie deshalb auch täglich waschen. Entscheidend ist weniger die Häufigkeit als die Art der Reinigung. Für die tägliche Anwendung eignet sich ein mildes Shampoo, das die Kopfhaut möglichst wenig reizt. Für häufiges Waschen empfehlen sich milde Tenside sowie einen schwach sauren pH-Wert; ein Bereich von etwa pH 5 bis 6 gilt als passend für Haar und Kopfhaut.

Sehr stark entfettende Shampoos sind dagegen nicht automatisch die bessere Wahl. Sie können eine empfindliche Kopfhaut austrocknen und Irritationen, Spannungsgefühl oder Juckreiz begünstigen. Wer täglich wäscht, sollte deshalb eher zu einem milden Produkt greifen als jeden Tag ein intensiv reinigendes Spezialshampoo zu verwenden.

So waschen Sie fettige Haare richtig

Bei fettigen Haaren bringt oft schon eine kleine Veränderung der Waschroutine viel. Feuchten Sie zunächst Haare und Kopfhaut vollständig an. Eine kleine Menge Shampoo reicht meist aus. Entscheidend ist, dass Sie vor allem die Kopfhaut und den Haaransatz reinigen – dort sitzt der Talg. Die Haarlängen müssen nicht kräftig eingeschäumt werden. Beim Ausspülen fließt genügend Shampoo durch die Längen, um sie zu reinigen.

Massieren Sie die Kopfhaut mit den Fingerkuppen sanft, statt kräftig zu rubbeln oder mit den Fingernägeln zu kratzen. Bei täglichem Waschen genügt normalerweise ein Waschgang. Nur wenn Haare und Kopfhaut sehr stark verschmutzt oder fettig sind, kann ein zweites Einschäumen sinnvoll sein. Anschließend gründlich ausspülen.

Auch die Temperatur spielt eine Rolle. Sehr heißes Wasser kann die Haut zusätzlich reizen. Lauwarmes Wasser ist angenehmer für die Kopfhaut. Gleiches gilt für den Föhn: besser mit etwas Abstand und moderater Temperatur trocknen statt sehr heiße Luft direkt auf die Kopfhaut zu richten.

Conditioner, Masken und Öle gehören bei fettigem Ansatz möglichst nicht auf die Kopfhaut. Wer gleichzeitig trockene oder strapazierte Spitzen hat, muss darauf trotzdem nicht verzichten: Conditioner oder Haarkur einfach nur ab etwa Ohrhöhe beziehungsweise in den Haarlängen und Spitzen verteilen.

Welches Shampoo eignet sich bei fettigen Haaren?

Für viele Menschen reicht ein mildes Shampoo für häufige Haarwäsche vollkommen aus. Tenside sorgen darin dafür, dass sich der fettige Talg mit Wasser abspülen lässt. Shampoos bestehen überwiegend aus Wasser und enthalten je nach Produkt unterschiedliche Mengen an Waschsubstanzen und weiteren Inhaltsstoffen.

Bei schnell fettendem Haar sollten stark rückfettende Produkte oder sehr reichhaltige Pflegeformulierungen am Ansatz eher sparsam eingesetzt werden. Wer zusätzlich empfindliche Kopfhaut hat, profitiert häufig von einem möglichst reizarmen Shampoo mit wenigen Duft- und Zusatzstoffen.

Spezielle Shampoos gegen fettiges Haar reinigen häufig etwas stärker. Das kann gelegentlich sinnvoll sein. Für eine tägliche Haarwäsche ist jedoch in vielen Fällen ein mildes Shampoo angenehmer.

Fettige Schuppen: Wann steckt mehr dahinter?

Wer neben fettigen Haaren gelbliche, fettig glänzende Schuppen und gerötete Stellen auf der Kopfhaut bemerkt, könnte an einem seborrhoischen Ekzem, auch seborrhoische Dermatitis genannt, leiden. Die nicht ansteckende entzündliche Hauterkrankung tritt bevorzugt an Körperstellen mit vielen Talgdrüsen auf, insbesondere auf der Kopfhaut und im Gesicht. Etwa 3 bis 10 von 100 Menschen sind davon betroffen.

Bei seiner Entstehung wirken wahrscheinlich mehrere Faktoren zusammen. Neben einer stärkeren Talgbildung spielen bestimmte Hefepilze der Gattung Malassezia eine Rolle, die grundsätzlich zur normalen Hautflora gehören. Auch Hormone, genetische Faktoren und Stress können beteiligt sein.

Zur Behandlung kommen unter anderem wirkstoffhaltige Shampoos mit Antipilzmitteln infrage. Besonders gut untersucht sind beispielsweise Ketoconazol und Ciclopirox. Die Auswertung klinischer Studien zeigt, dass solche Antipilzmittel Beschwerden eines seborrhoischen Ekzems besser lindern können als Präparate ohne Wirkstoff.

In Deutschland stehen beispielsweise medizinische Shampoos mit 2 Prozent Ketoconazol für seborrhoische Dermatitis zur Verfügung. Bei einem entsprechenden Präparat sieht die Gebrauchsinformation zur Behandlung beispielsweise eine Anwendung zweimal wöchentlich im Abstand von drei bis vier Tagen über zwei bis vier Wochen vor. Das Shampoo muss einige Minuten auf der Kopfhaut einwirken. Die genaue Anwendung richtet sich jedoch immer nach dem jeweiligen Produkt und der Packungsbeilage. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Rathaus Apotheke beraten.

Trockenshampoo: Praktischer Helfer, aber kein Ersatz

Trockenshampoo kann einen fettigen Ansatz kurzfristig weniger sichtbar machen. Die enthaltenen pudrigen Bestandteile binden einen Teil des Fettfilms. Anschließend werden die Rückstände ausgebürstet.

Als schnelle Hilfe zwischendurch ist das praktisch. Eine normale Haarwäsche ersetzt Trockenshampoo aber nicht. Bei wiederholter Anwendung bleiben Produktreste, Hautfett und andere Ablagerungen auf der Kopfhaut zurück und können sie reizen. Bei Erkrankungen der Kopfhaut wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder seborrhoischem Ekzem ist besondere Zurückhaltung sinnvoll. Beim Sprühen sollte außerdem möglichst wenig Aerosol eingeatmet werden.

Helfen Apfelessig, Zitronensaft oder Teebaumöl?

Im Internet kursieren zahlreiche Hausmittel gegen fettige Haare: Apfelessig, Zitronensaft, Backpulver, Babypuder oder Teebaumöl gehören zu den Klassikern. Wissenschaftlich gut belegt ist ihre Wirkung gegen übermäßige Talgproduktion jedoch nicht.

Vor allem konzentrierte Säuren, ätherische Öle oder stark alkalische Hausmittel können empfindliche oder bereits entzündete Kopfhaut zusätzlich reizen. Eine milde und gut verträgliche Pflegeroutine ist daher meist die bessere Strategie.

Auch spezielle „Detox“-Programme, bei denen Haare über Wochen möglichst selten gewaschen werden, reduzieren die Talgproduktion nicht nachweislich. Wer fettige Haare hat, muss sie also nicht „aushungern“. Waschen Sie sie so häufig, wie es für Sie angenehm und notwendig ist.

Kann die Ernährung fettige Haare verursachen?

Ein direkter Zusammenhang zwischen einzelnen Lebensmitteln und einer fettigen Kopfhaut ist bisher nicht ausreichend belegt. Zwar gibt es theoretische Zusammenhänge zwischen Stoffwechsel, Hormonen und Talgproduktion. Daraus lässt sich aber keine spezielle „Anti-Fett-Haar-Diät“ ableiten. Auch für den Verzicht auf Milchprodukte, Zucker oder bestimmte Fette gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz speziell gegen fettige Kopfhaut.

Eine ausgewogene Ernährung ist natürlich trotzdem sinnvoll – nur sollte man sich davon keine schnelle Normalisierung der Talgdrüsen versprechen.

Kleine Alltagsmaßnahmen gegen schnelles Nachfetten

Neben dem richtigen Shampoo lohnt sich ein Blick auf die täglichen Gewohnheiten. Wer ständig mit den Händen durch die Haare fährt, verteilt Fett von Kopfhaut und Händen stärker in den Haaren. Auch häufiges kräftiges Bürsten transportiert Sebum von der Kopfhaut in die Längen.

Reinigen Sie Bürsten und Kämme regelmäßig. Conditioner, Haarmasken, Öle, Wachse und stark pflegende Stylingprodukte sollten bei schnell fettendem Ansatz möglichst nicht direkt auf die Kopfhaut gelangen.

Auch bei Mützen und Sport gilt: Schwitzen macht zwar nicht automatisch mehr Talg, zusammen mit Hautfett und Stylingprodukten kann das Haar aber schneller strähnig wirken. Nach intensivem Sport ist deshalb eine milde Haarwäsche vollkommen in Ordnung.

Wann sollte man mit fettiger Kopfhaut zum Arzt?

Fettige Haare allein sind normalerweise kein Grund für einen Arztbesuch. Eine dermatologische Abklärung ist aber sinnvoll, wenn sich die Kopfhaut deutlich verändert. Dazu gehören insbesondere starke Rötungen oder Entzündungen, hartnäckige gelbliche Schuppen, nässende oder verkrustete Stellen, Schmerzen, Pusteln oder auffälliger Haarausfall.

Auch wenn bisher normale Haare innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich stark fetten oder eine konsequente, passende Pflege über mehrere Wochen keine Besserung bringt, sollten mögliche Hauterkrankungen oder andere Auslöser abgeklärt werden.

Ihre Rathaus Apotheke ist dafür eine gute erste Anlaufstelle: Das Apothekenteam kann Kopfhautbeschwerden einordnen, geeignete Pflegeprodukte empfehlen und Ihnen sagen, wann der Gang zur Hautärztin oder zum Hautarzt ratsam ist.

Hilfe bei fettigen Haaren kurz & knapp

Fettiges Haar entsteht vor allem, weil die Talgdrüsen der Kopfhaut viel Sebum produzieren. Dahinter stehen meist Veranlagung und Hormone – nicht mangelnde Hygiene. Deshalb bringt es auch wenig, die Haare über Tage oder Wochen absichtlich nicht zu waschen. Die Talgdrüsen lassen sich dadurch nicht „umerziehen“.

Was dagegen hilft, ist eine konsequente und möglichst sanfte Pflegeroutine: Waschen Sie Ihre Haare so häufig wie nötig mit einem milden Shampoo, verwenden Sie lauwarmes Wasser und behandeln Sie die Kopfhaut möglichst schonend. Reichhaltige Conditioner und Öle gehören eher in die Haarlängen als auf den Ansatz. Trockenshampoo eignet sich gelegentlich als schnelle Zwischenlösung, sollte eine richtige Haarwäsche aber nicht dauerhaft ersetzen.

Kommen fettige oder gelbliche Schuppen, Rötungen oder Entzündungen hinzu, kann hinter dem vermeintlichen Kosmetikproblem ein seborrhoisches Ekzem stecken. Dann können medizinische Shampoos mit geeigneten Wirkstoffen erforderlich sein.

Fragen Sie uns in Ihrer Rathaus Apotheke . Wir helfen Ihnen dabei, Ihren Kopfhauttyp einzuschätzen und ein Shampoo beziehungsweise bei Bedarf ein geeignetes Arzneimittel auszuwählen. Denn auch bei fettigen Haaren gilt: Nicht möglichst stark reinigen, sondern möglichst passend pflegen.

FAQ: Häufige Fragen zu fettigen Haaren

Wie oft sollte man fettige Haare waschen?

So häufig, wie es nötig ist. Auch eine tägliche Haarwäsche ist bei fettigem Haar möglich, wenn ein mildes, gut verträgliches Shampoo verwendet wird. Häufiges Waschen allein führt nicht dazu, dass die Talgdrüsen automatisch mehr Fett produzieren.

Kann man fettige Haare „austrainieren“?

Nein. Mehrere Tage oder Wochen auf Haarwäsche zu verzichten, reduziert die Talgproduktion nicht nachweislich. Wie viel Sebum die Drüsen bilden, hängt vor allem von Hormonen und genetischer Veranlagung ab.

Welches Shampoo ist bei fettigen Haaren am besten?

Für häufiges Waschen eignet sich meist ein mildes Shampoo mit gut verträglichen Tensiden. Bei fettigen Schuppen oder einem seborrhoischen Ekzem können dagegen wirkstoffhaltige medizinische Shampoos notwendig sein. Lassen Sie sich bei der Auswahl in Ihrer Apotheke beraten.

Hilft Trockenshampoo gegen fettige Haare?

Trockenshampoo kann überschüssiges Fett kurzfristig binden und den Ansatz frischer aussehen lassen. Die Kopfhaut wird dadurch aber nicht gereinigt. Ein- oder zweimal zwischen zwei normalen Haarwäschen kann es für viele Menschen praktisch sein; bei entzündlichen Kopfhauterkrankungen ist es weniger geeignet.

Wann sind fettige Haare ein Zeichen für eine Erkrankung?

Verdächtig sind zusätzliche Beschwerden wie fettig-gelbliche Schuppen, deutliche Rötung, Entzündungen, Krusten, Schmerzen oder Haarausfall. Beispielsweise kann ein seborrhoisches Ekzem dahinterstecken. Dann sollten Apotheke beziehungsweise Hautarzt oder Hautärztin die Kopfhaut genauer beurteilen.

Trockenshampoo richtig einsetzen

Trockenshampoo eignet sich besonders gut für eine kurze Auffrischung zwischen zwei Haarwäschen. Sie sollten es auftragen, bevor der Ansatz bereits stark fettig aussieht. Eine kleine Menge kann beginnenden Fettglanz aufnehmen und lässt sich meist leichter wieder ausbürsten als eine große Menge auf bereits sehr fettigem Haar.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Rathaus Apotheke in Sankt Augustin . Stand 09/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Rathaus Apotheke in Sankt Augustin vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

Florian Wehrenpfennig,

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