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Reiseschutzimpfungen im Überblick
iStockphoto/hyejin kang
Symbolbild

Frische Meeresfrüchte, Eiswürfel im Getränk – Genüsse im Urlaub bergen so manche Überraschung. Reiseschutzimpfungen helfen Krankheiten vorzubeugen.

Die Feriensaison hat begonnen und die Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub ist groß. Der eigenen Gesundheit zuliebe empfiehlt es sich, schon Wochen vor der Reise zu planen und sich über Reiseschutzimpfungen zu informieren. Besonders bei Reisen in tropische Länder ist eine Impfung sinnvoll.

Gut vorbereitet

Spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt sollten Sie sich über den passenden Impfschutz beraten lassen. Denn für einige Impfungen sind mehrere Dosen nötig. Außerdem braucht der Impfschutz in der Regel ein paar Tage bis Wochen, bis er vollständig aufgebaut ist.

Wer bezahlt?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nicht immer alle Kosten für die Reiseschutzimpfungen. Manche müssen privat bezahlt werden. Bei einigen Krankenkassen gibt es aber die Möglichkeit, Reiseschutzimpfungen als freiwillige Zusatzleistung per Kostenübernahme abzurechnen. Das sind zum Beispiel Hepatitis A und B, Cholera, FSME, Gelbfieber, Tollwut und Typhus. Informieren Sie sich außerdem über die länderspezifischen Empfehlungen des Auswärtigen Amtes.

Sechsmal schützt

Ein Überblick über die wichtigsten Reiseschutzimpfungen, damit Sie Ihre Reise entspannt antreten und genießen können:

Auslöser für Cholera sind Bakterien im Darm. Die Krankheit kann durch schwere Durchfälle und den damit verbundenen extremen Flüssigkeitsverlust tödlich enden. Die Krankheit verbreitet sich durch schmutziges Trinkwasser oder Lebensmittel, welche durch infizierte Personen direkt oder indirekt verunreinigt wurden. Achten Sie in Ländern wie Südafrika und Asien auf ausreichende Lebensmittel-, Trinkwasser- und Körperhygiene. Per Schluckimpfstoff können sich Kinder ab zwei Jahren und Erwachsene schützen. Der Impfschutz hält zwischen sechs Monaten bei Kindern und zwei Jahren bei Erwachsenen an.
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch infizierte Zecken übertragen. Die Krankheit hat grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und Gliederschmerzen. Im äußersten Fall kann es zu einer Hirnhautentzündung kommen. Wer häufig in Wald- und Wiesengebieten in Deutschland, Österreich, im Balkan, der Schweiz und Skandinavien unterwegs ist, sollte sich auf jeden Fall gegen FSME impfen lassen. Das Robert Koch-Institut informiert regelmäßig über die Ausbreitung der FSME. Die Reiseschutzimpfung erfolgt in drei Sitzungen. Der Schutz hält drei bis fünf Jahre. Weitere Information zu Zecken.
Gelbfieber tritt oft in Afrika und Amerika entlang des Äquators auf. Überträger der Krankheit sind tag- und nachtaktive Mücken. Die Infektion tritt plötzlich mit Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen auf und kann Nieren und Leber schädigen. Zehn Tage vor Reiseantritt sollte der Impfwirkstoff in speziellen Gelbfieber-Impfstellen verabreicht werden. Einmal geimpft, hält der Schutz bei immungesunden Menschen lebenslang.
Das Virus kann weltweit vorkommen und schädigt vor allem die Leber. Die Viren werden hauptsächlich durch Schmierinfektionen, zum Beispiel durch verseuchte Toiletten und Handtücher oder auch durch verunreinigte Lebensmittel wie rohe Muscheln und Meerestiere übertragen. Besonders in Regionen mit niedrigen Hygienestandards wie tropische Gebiete in Asien und Afrika, Mittel- und Südamerika und im Mittelmeerraum und Osteuropa ist Vorsicht geboten. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Nach ein bis zwei Wochen kann eine Gelbsucht auftreten, da die entzündete Leber den Gallenfarbstoff nicht mehr richtig verarbeiten kann. Wer einmal Hepatitis A hatte, ist lebenslang immun dagegen. Kinder können ab dem ersten Jahr geimpft werden. Der Wirkstoff wird in zwei Dosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten verabreicht.
Tollwut wird durch Biss- oder Kratzverletzungen oder Speichelkontakt bei vorgeschädigter Haut von Säugetieren oder Menschen übertragen. Die Krankheit endet bei Ausbruch immer tödlich. Tollwütige Tiere müssen aber nicht immer aggressiv sein, sondern können auch hilfsbedürftig oder lethargisch wirken. Vermeiden Sie deshalb generell den Körperkontakt mit Tieren, die Sie nicht kennen. Wenn Sie in Kontakt mit einem tollwütigen Tier gekommen sind, suchen Sie so schnell es geht einen Arzt auf. Eine schnelle Wundversorgung ist für den Verlauf der Infektion entscheidend. Die Wunde muss desinfiziert werden, der Betroffene bekommt ein Tollwut-Immunglobulin gespritzt und wird zusätzlich gegen Tollwut geimpft.
Da eine ausgebrochene Tollwuterkrankung nicht medikamentös behandelt werden kann, sollten sich Urlauber in Regionen mit hoher Tollwutgefahr wie Südamerika, Indien, Thailand, Vietnam, Osteuropa und im tropischen Afrika vorbeugend impfen lassen. Die WHO empfiehlt gesunden Reisenden ein Schnell-Impfschema zu zwei Impfungen. 
Typhus ist eine schwere bakterielle Infektion und in Ländern mit schlechten Hygienebedingungen häufig anzutreffen. Neben dem hauptsächlichen Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln oder Wasser, kommt es auch gelegentlich zu fäkal-oralen Infektionswegen (Gemüse und Früchte, die mit Fäkalien gedüngt wurden; Schalentiere aus abwasserverseuchten Gebieten). Eine Reiseschutzimpfung wird besonders für Abenteuer- und Trekkingreisende in tropischen und subtropischen Ländern wie Indien, Nordafrika, Latein- und Südamerika empfohlen. Auch Menschen, die an einer chronischen Darmerkrankung leiden, wird eine Impfung empfohlen. Der Impfstoff kann geschluckt oder injiziert werden und hält drei Jahre an.

Hygiene im Urlaub

Um Infektionen vorzubeugen, ist es wichtig, im Urlaub verstärkt auf Hygiene zu achten. Benutzen Sie nur Mineralwasser aus verschlossenen Flaschen, vermeiden Sie rohe Lebensmittel und Eiswürfel in Getränken. Außerdem ist es sinnvoll, die Hände oft und gründlich zu waschen.

Florian Wehrenpfennig,

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