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Blasenentzündung: Eine Frau sitzt im Schneidersitz und hält sich eine blaue Wärmeflasche an den Bauch. Vor ihr steht ein Tisch mit Tabletten und einer Tasse.
Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com
Symbolbild

Wenn es beim Wasserlassen schmerzt und brennt und Sie das Gefühl haben, ständig auf die Toilette zu müssen, haben Sie wahrscheinlich eine Blasenentzündung. Warum pflanzliche Helfer dann oft besser sind als Antibiotika.

Wer als Kind bei Omas Ratschlägen nur genervt mit den Augen gerollt hat, weiß es heute oft besser. Denn sie hatte recht: Wer sich bei winterlichen Temperaturen auf kalte Fußböden setzt und auf warme Kleidung verzichtet, riskiert eine Blasenentzündung. Die Kälte ist zwar nicht die Ursache, begünstigt aber den Harnwegsinfekt. Meist wird dann schnell zu Antibiotika gegriffen, um Bakterien zu bekämpfen. Doch das kann auch negative Folgen haben und ist gar nicht immer nötig.

Frauen häufiger betroffen

Frauen haben wegen ihrer kürzeren Harnröhre häufiger mit einer Blasenentzündung zu kämpfen als Männer. Bei Frauen ist die Harnröhre nur zwei bis fünf Zentimeter lang, bei Männern 17 bis 20 Zentimeter. Die Keime gelangen deshalb leichter in die Blase. Sie setzen sich an der empfindlichen Schleimhaut fest und lösen Beschwerden aus.

Blasenentzündung
nach dem Sex

Meist wird die Krankheit durch Erreger beim Geschlechtsverkehr oder durch falsche Intimhygiene übertragen. So sollte beim Toilettengang immer nur von vorne nach hinten gereinigt werden, nicht anders herum.

Auch eine übertriebene Intimhygiene und Hormonumstellungen fördern eine Blasenentzündung. Denn dadurch werden die gesunden Bakterien in der Scheide verändert. So sind Frauen in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren und Diabetiker besonders gefährdet.

Wann zum Arzt?

Beim Wasserlassen brennt es, Sie spüren ständigen Harndrang, vielleicht auch Schmerzen im Unterleib? Wenn Beschwerden nach drei Tagen nicht abklingen, sollten Sie zum Arzt gehen. Unbehandelt können die Bakterien in die Nieren wandern und eine gefährliche Nierenbeckenentzündung verursachen. Der Arzt ist vor allem auch dann gefragt, wenn Männer, schwangere Frauen oder Kinder betroffen sind oder Fieber und Nierenschmerzen auftreten.

Heilpflanzen statt Antibiotika

Ist die Blase entzündet, werden häufig Antibiotika verschrieben. Doch durch häufige Verordnungen von Antibiotika können die Bakterien irgendwann unempfindlich (resistent) werden. Zudem besteht die Gefahr, dass Antibiotika die Blase schädigen, indem sie ihren natürlichen Schutz schwächen. Sie töten nämlich nicht nur die schädlichen Keime, sondern auch die nützlichen körpereigenen Bakterien. Infekte werden so noch begünstigt. Bei nur leichten Beschwerden lässt sich auch ohne Antibiotika die Blasenentzündung pflanzlich behandeln.

Natürliche Helfer bei Blasenentzündung

Bei leichten Beschwerden helfen pflanzliche Arzneien und Hausmittel, die zudem die Entzündung bekämpfen. So lässt sich die Blasenentzündung natürlich behandeln:

Pflanzliche Präparate enthalten zum Beispiel Rosmarin, Tausendgüldenkraut und Liebstöckel. Die Kombination lindert die Schmerzen und das Brennen beim Wasserlassen. Auch Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich wirken gegen Bakterien und lindern die Beschwerden. Die pflanzlichen Arzneimittel können auch als Kur eingenommen werden, um zu vermeiden, dass die Blasenentzündung ständig wieder kommt.
Viel trinken ist besonders wichtig, wenn die Blase entzündet ist, damit die Bakterien ausgespült werden. Trinken Sie täglich mindestens 2 Liter Flüssigkeit und entleeren Sie die Blase regelmäßig. Wasser oder harntreibende Tees mit Goldrutenkraut, Schachtelhalmkraut oder Birkenblättern sind ideal. Die Inhaltsstoffe der Bärentraubenblätter wirken außerdem desinfizierend. Wichtig: Herz- und Nierenkranke sollten die Flüssigkeitsmenge mit dem Arzt abklären.
Cranberries enthalten Stoffe, die verhindern, dass sich die Keime an der Blasenwand festsetzen. Bei einer Blasenentzündung kann es helfen, den etwas herb schmeckenden Beerensaft täglich zu trinken. In Ihrer Apotheke gibt es zudem entsprechende Präparate in Form von Kapseln oder Lutschtabletten.
Der natürliche Einfachzucker D-Mannose umhüllt die Bakterien, sodass sie beim Wasserlassen ausgespült werden. In Wasser aufgelöst kann er bei einer Blasenentzündung eingenommen werden. Niedriger dosiert ist die Einnahme auch vorbeugend möglich.

In Ihrer Apotheke erhalten Sie zudem Präparate mit der Aminosäure Methionin, die den natürlichen Säureschutz der Blase stärkt. Zudem hemmt sie das Wachstum von Bakterien und hilft so, sich schneller zu erholen, wenn die Blase entzündet ist.
Warme Sitzbäder mit Kamille, eine Wärmflasche oder eine Heizdecke können helfen, die Schmerzen zu lindern, und tragen zur Entspannung bei.
Viel Schlaf und reichlich Entspannung fördern die Heilung. Bleiben Sie im Bett und gönnen Sie sich Ruhe. Wenn Sie Schmerzen haben, helfen schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkstoffe wie Paracetamol und Ibuprofen.

Ibuprofen lindert Schmerz

Der Arzt entscheidet, ob ein Antibiotikum nötig ist oder bei einer schmerzhaften Blasenentzündung ein Schmerzmittel wie Ibuprofen ausreicht. Sind doch Antibiotika nötig, ist es wichtig, die Tabletten genau wie vom Arzt verordnet, einzunehmen. Wenden Sie sich bei Fragen dazu gerne an uns in Ihrer Apotheke.

Für eine starke Blase

Am besten kommt es erst gar nicht zur Blasenentzündung. Hier ein paar Tipps, um die Blase gesund zu halten:

Damit die gefährlichen Darmbakterien nicht in die Blase gelangen, ist es wichtig, nach jedem Stuhlgang von vorne nach hinten zu wischen. Niemals umgekehrt. Außerdem sollte übermäßige Hygiene mit Intimlotions und -sprays vermieden werden.
Halten Sie den Unterleib und die Füße möglichst immer warm. Vor allem im Winter schützen dicke Socken und warme Unterwäsche vor Kälte. Im Schwimmbad sollten nasse Badesachen sofort gewechselt werden.
Trinken lautet das Zauberwort für eine gesunde Blase. 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser und ungesüßte Tees, sollten es pro Tag sein, damit Nieren und Blase optimal arbeiten können.
Eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung sowie ausreichend Erholung stärken das Immunsystem und machen den Körper widerstandsfähiger gegenüber Krankheitserregern.
Da beim Geschlechtsverkehr Bakterien übertragen werden können, ist es ratsam, sofort danach die Blase zu entleeren. Kondome schützen außerdem vor der Übertragung der Keime.

Die Impfung gegen Blasenentzündung

Wenn Ihre Blase häufig entzündet ist, können Sie eine Impfung in Betracht ziehen. Dabei werden abgetötete Bakterien injiziert, gegen die der Körper Abwehrstoffe bilden soll. Für den umfassenden Schutz sind drei Impfungen im Abstand von ein bis zwei Wochen innerhalb eines Monats nötig. Die Wirksamkeit der Impfung steht noch auf dem Prüfstand. Sie ist in Deutschland eine IGe-Leistung und wird nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Alternativ gibt es Kapseln zur Stärkung der Infektabwehr bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen. Drei Monate lang wird täglich eine Kapsel mit enthaltenen Bakterienstämmen auf leerem Magen geschluckt. Nach weiteren drei Monaten erfolgt eine Auffrischung.

Die richtige Verhütung bei häufiger Blasenentzündung

Spermienabtötende Cremes und Gele sowie ein Diaphragma schädigen die schützenden Bakterien im Intimbereich. Sie können eine Blasenentzündung begünstigen. Für Frauen, die häufig darunter leiden, ist ein Kondom eine gute Alternative. Es verhindert, dass Bakterien in die Harnwege gelangen.

Florian Wehrenpfennig,

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